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Während wir auf den heiligen Monat Ramadan hinsteuern, beginnen allmählich alle, die unzähligen, völlig überzogenen Pläne und Listen auszupacken, die beinhalten, wie viel man während des Monats an Gottesdienst schaffen muss, wie oft man den Quran lesen möchte, wie viel man maximal schafft, wenn man täglich x Seiten und x Juz‘ liest, etc.

Die meisten von uns versuchen, sich jedes Jahr im Gottesdienst, im Maß des Quranrezitierens zu überbieten, sich jedes Jahr zu „verbessern“ und sich ein wenig mehr zu „bemühen“.

Was uns dabei jedoch oft entgeht, ist die Essenz des Monat Ramadans: Nämlich, dass er der Monat des Qurans ist und somit der Monat derjenigen, die ihre Herzen mit dem Reflektieren der Worte Allahs wiederbeleben; die Seine Worte rezitieren und jedesmal neue Wunder bezeugen; die reflektieren, auf dass sie verstehen und verinnerlichen.

Und wenn wir dies verstehen, dann verstehen wir auch, dass es nicht darum geht, wie oft wir durch den Mus’haf eilen, wie viele Verse wir hinter uns lassen, ohne einen Gedanken an sie verloren zu haben, sondern, wie intensiv wir über sie nachsinnen.
Es kommt nicht darauf an, wie oft du den Quran im Ramadan beendet hast, sondern wie oft du dein Herz wirklich für Allahs Worte geöffnet hast, wie viele Gedanken du in sie investiert hast, wie sehr du dich darum bemüht hast, ihre Tiefen zu verstehen und wie oft sie dich berührt haben, weil es dir nicht darum ging, sie lediglich für den Zweck des Lesens gelesen zu haben.

Also vergiss diese Pläne, die dir vorschreiben, wie viel du an einem Tag gelesen haben sollst, plane dir lediglich deine Zeit gut ein, damit du viel Ibadah und Dhikr machen kannst und lass dich aufrichtig auf Allahs Worte ein.
So wie das Gebet mit vollkommener geistiger Anwesenheit besser ist als das Gebet mit gelegentlicher geistiger Anwesenheit und das Gebet mit gelegentlicher geistiger Anwesenheit besser ist als das Gebet mit völliger geistiger Abwesenheit, so ist das vergleichsweise wenige Quranrezitieren mit Bewusstsein besser als das viele Rezitieren, ohne einen Gedanken an das Rezitierte zu verlieren, denn ersteres durchdringt das Herz, während letzteres lediglich auf der Zunge liegt.

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